Das Kompostieren auf der Basis einer Wurmkiste erfreut sich längst nicht mehr nur auf dem Land einer ungebrochenen Beliebtheit. Um jedoch alle Vorteile für sich nutzen zu können, ist es wichtig, zu verstehen, wie die Wurmkiste als kleine, ökologische Welt arbeitet.
Die gute Nachricht: das Kompostieren mit einer Wurmkiste ist nicht kompliziert und lässt sich auch von Laien schnell erlernen.
Das Prinzip, nach dem eine Wurmkiste funktioniert, ist einfach: Küchen- und Gartenabfälle werden von den Würmern in organisches Düngemittel umgewandelt. Dieses kann dann zum Beispiel entweder im heimischen Garten oder für die Pflanzen auf Terrasse und Balkon verwendet werden. Die Umwandlung von Abfällen in wertvollen Humus ist nicht nur für Ihre Pflanzen von Vorteil, sondern hilft auch, die Umwelt zu schonen, indem die Menge an Müll reduziert wird.
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Ein Blick in die Wurmkiste
Der oben erwähnte, organische Dünger entsteht dann, wenn die Würmer die Küchenabfälle fressen und -dann in Form von Humus- wieder ausscheiden. Im Humus sind dann viele wertvolle Mikroorganismen enthalten, die sich positiv auf die Qualität des Gartenbodens auswirken. Dies macht den Humus zu einem ausgezeichneten Nährboden für Pflanzen, da er hilft, das Wasser zu speichern und die Nährstoffaufnahme zu verbessern.
Sollten Sie sich dazu entschlossen haben, Ihre Wurmkiste an einem besonders feuchten Standort aufzustellen, ist es auch möglich, dass Sie nicht „nur“ Zugriff auf besagten Humus, sondern auch auf Wurmtee haben. Hierbei handelt es sich dann um flüssigen Dünger, der unter anderem auch deswegen so ergiebig ist, weil er ganz einfach mit Wasser verdünnt wird und danach einfach im Garten ausgegossen werden kann. Spritzen Sie ihn auf die Blätter Ihrer Pflanzen, um ihnen einen zusätzlichen Schub an Nährstoffen zu geben.
Besonders wichtig beim Kompostieren mit Würmern ist es jedoch auch, unbedingt auf die richtige Futtermenge für die Tiere zu achten. Hierbei gilt es, einen „gesunden Durchschnittswert“ zu finden. Denn: füttern Sie zu viel, kann es sein, dass die Würmer nicht alles fressen und Küchenreste in der Box verschimmeln. Wer zu wenig füttert, läuft Gefahr, dass sich die Würmer nicht mehr vermehren. Die richtige Futtermenge ist unter anderem natürlich von der Größe der Box und der Anzahl der Tiere abhängig. Es ist ratsam, die Würmer mindestens einmal pro Woche zu füttern und dabei die Futterreste zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie jede Portion aufnehmen können.
Wichtige Details zur Wurmkiste
Stimmen die Grundvoraussetzungen, stellen Kompostwürmer vergleichsweise geringe Anforderungen an ihre Halter. Vor allem der richtige Kisten-Standort ist jedoch entscheidend. Als ideal gilt hier ein Platz, der Temperaturen zwischen circa 10 und 20-25 Grad ausgesetzt ist. Dementsprechend erklärt es sich von selbst, weswegen die Kiste während der kalten Wintermonate im Haus gelagert werden sollte.
Weiterhin gilt:
- Als Nistmaterial (Höhe: circa 10 Zentimeter ab dem Boden der Kiste) eignet sich unter anderem eingeweichte Eierkartons, Zeitungen und Wellpappe im Mix mit ein wenig Gartenerde. Diese Mischung bietet den Würmern ein ideales Lebensumfeld und Nahrung.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihre Würmer in einer möglichst dunklen und feuchten (ca. 85 Prozent Feuchtigkeit) Umgebung leben. Sollte das Nistmaterial zu trocken werden, gleichen Sie dies am besten mit dem Einsatz einer Sprühflasche aus. Feuchtigkeit ist entscheidend für die Gesundheit der Würmer.
- Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen den Zustand der Box anhand des Geruchs, lassen Sie die Tiere ansonsten jedoch ungestört arbeiten. Ein unangenehmer Geruch deutet darauf hin, dass die Umgebung zu feucht oder das Futter nicht ausgewogen ist.
- Das Futter spielt für die Qualität und die Menge des produzierten Humus eine wichtige Rolle. Setzen Sie hierbei am besten auf Gemüse, Obst, Kaffeesatz und zerbröselte Eierschalen. Schalen von Zitrusfrüchten und stark gewürzte Nahrungsmittel sollten allerdings vermieden werden.
Der Humus kann dann mit Hinblick auf die unterschiedlichsten Einsatzbereiche, zum Beispiel im Blumenkasten oder im Beet, genutzt werden, um die letztendliche Qualität der Ernte maßgeblich positiv zu beeinflussen. Selbst Hauspflanzen profitieren von diesem nährstoffreichen Dünger, wodurch die Pflanzen gesünder und grüner werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lebensweise der verwendeten Würmer, insbesondere der Roten Californischen Würmer (Eisenia fetida), die die meisten Hobbygärtner verwenden. Diese Art ist insbesondere wegen ihrer Fähigkeit, organische Stoffe schnell abzubauen und in wertvollen Humus umzuwandeln, populär. Sie sind auch für ihre schnelle Vermehrung bekannt, was bedeutet, dass bei optimalen Bedingungen die Wurmpopulation schnell ansteigen kann. Diese Würmer fühlen sich auch in einer Umgebung wohl, die reich an organischen Abfällen ist, und können innerhalb weniger Monate eine signifikante Menge an Humus produzieren.
Tipps zur optimalen Pflege der Wurmkiste
Um die Wurmkiste optimal zu betreiben, sollten einige zusätzliche Punkte beachtet werden:
- Füttern Sie die Würmer regelmäßig, jedoch nicht übermäßig. Eine Faustregel ist, etwa ein Viertel bis ein Drittel der Menge der Küchenabfälle zu füttern, die Sie pro Woche produzieren. Damit stellen Sie sicher, dass die Würmer genügend Nahrung haben, um aktiv zu bleiben.
- Vermeiden Sie tierische Produkte, fettige Lebensmittel und stark gewürzte Speisen, da diese die Würmer schädigen können. Kochen Sie Ihre Essensreste nicht, da die Wärme den Würmern schaden kann.
- Sie können auch spezielle Wurmfutter-Mischungen verwenden, die in Gartencentern erhältlich sind, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Diese Mischungen enthalten oft getrocknete und gemahlene pflanzliche Bestandteile, die den Nährstoffbedarf der Würmer decken.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Würmer benötige ich für meine Wurmkiste?
Für eine Wurmkiste von etwa einem Quadratmeter Fläche sind ungefähr 500 bis 1000 Würmer notwendig. Dies hängt natürlich von der genauen Größe und dem Futterangebot ab. Eine größere Kiste oder mehr Küchenabfälle erfordert mehr Würmer, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Kann ich meine Wurmkiste draußen aufstellen?
Ja, aber beachten Sie, dass extreme Temperaturen, sowohl Hitze als auch Kälte, den Würmern schaden können. Im Sommer sollten Sie darauf achten, dass die Kiste nicht in der prallen Sonne steht und im Winter sollte sie frostfrei gelagert werden. Eine Überlegung wäre es, die Kiste in einem schattigen Bereich des Gartens aufzustellen, wo die Temperaturen moderater sind.
Wie oft sollte ich die Wurmkiste überprüfen?
Es ist empfehlenswert, die Wurmkiste einmal pro Woche zu überprüfen, um den Zustand der Würmer und die Feuchtigkeit des Nistmaterials zu prüfen. Achten Sie darauf, ob die Würmer aktiv sind und ob ein gesunder Geruch herrscht. Regelmäßige Kontrollen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Kann ich Wurmtee auch für andere Pflanzen verwenden?
Ja, Wurmtee eignet sich hervorragend für eine Vielzahl von Pflanzen, nicht nur für Gemüse. Er kann sicher auf Zimmerpflanzen und Balkonblumen angewendet werden. Verdünnen Sie ihn einfach im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gießen Sie die Pflanzen damit, um ihre Mikronährstoffaufnahme zu fördern.
Weiterführende Links
- Den Kompost kann man übrigens perfekt nutzen um seine selbst gezüchteten Gurken zu düngen.
